what if?

what if? Zukunftsbilder der Informationsgesellschaft 230 Seiten Verlag Heise Medien
Zukunftsbilder der Informationsgesellschaft

Inhalt

Wissenschaft bringt Neues hervor, auch wenn sie Bekanntes erklärt. Die Nähe zur Fiktion und Imagination ist vor allem dem europäischen Projekt der Synthese von Technik und Wissenschaft eingeschrieben. Daher tauchten zu Beginn der Neuzeit mit der Technowissenschaft auch die Utopien als Vorläufer der Science Fiction auf. Die damit in Gang gesetzte Fortschrittsdynamik ist mittlerweile allerdings ambivalent und, vor allem was gesellschaftliche Utopien anbetrifft, von Ängsten oder Zweifeln überlagert worden. Der technischwissenschaftliche Fortschritt ist keine Utopie mehr, sondern erwartete und wirtschaftlich erforderliche Notwendigkeit. Das hat das Verhältnis der Menschen zur Zukunft gerade im Aufbruch zur Informations- oder Wissensgesellschaft grundlegend verändert.

Anlass für eine Frage, welche Visionen das Konzept unserer Informationsgesellschaft geprägt haben und weiter bestimmen. Welche Rollen spielen die Universalmaschine Computer und das Universalmedium Internet bei der Konstruktion unserer Zukunft? Wohin entwickeln sich die Vorstellungen der Welt als Netzwerk, der Optimierung von Körper, Intelligenz und Wahrnehmung, des Übergangs in virtuelle Realitäten, und nicht zuletzt des Umbaus der Erwerbsgesellschaft?

Das Projekt „what if“ ist eine gemeinsame Initiative von Telepolis, Bayerischer Rundfunk/Hörspiel und Medienkunst und Iglhaut+Partner, Berlin, und wurde realisiert mit der Unterstützung des Informatikjahres 2006.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
Science Fiction und Informatik – Flirt und Mésalliance
Stefan Iglhaut

Ende der Sendung
Ein Ausflug mit beschränkter Haftung in die mediale Zukunft des Jahres 2031
Horst Müller

Das Unbehagen an der Wirklichkeit
Produktive Einbildungskraft als Medium der Realität
Goedart Palm

Wir sind in einer Science-Fiction-Welt angekommen
Sascha Mamczak im Gespräch mit Julian Doepp

Wissensgesellschaft 2.0
Über Lebensverhältnisse, Arbeitsstrukturen und Kommunikationsbeziehungen
in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts
Rudolf Maresch

Informationsgesellschaft und Kulturökologie
Michael Giesecke im Gespräch mit Stefan Iglhaut

Die Ent-Täuschung als Täuschung
Von der philosophischen Urszene und der Ambivalenz
der Aufklärung
Florian Rötzer

2036. Wir nennen es Zukunft
Sascha Lobo

youProd – Vom Rapid Prototyping zur Rapid Production
Bernhard Franken

Die Macht der Innovation und die Innovation der Macht
Freiheit in der Informationsgesellschaft
Peter Krieg

Internet-Ökonomie und elektronische Märkte
Sarah Spiekermann im Gespräch mit Stefan Iglhaut

Was wäre, wenn Gedankenlesen wahr würde?
Stephan Schleim

Weise Greise – die Experten von morgen?
Zur Rolle der Alten in der Informationsgesellschaft
Monica Fauss

Warum eine Matrix bauen? Und warum Sie sich in einer befinden könnten
Nick Bostrom

Wer zu spät kommt, wird vom Kulturbetrieb belohnt
Peter Weibel im Gespräch mit Julian Doepp

Selbst Maschinen sind sterblich
Elisabeth Bronfen im Gespräch mit Florian Rötzer

Der Wunsch, etwas Wundervolles zu tun
Über Maschinen mit Bewusstsein, Gefahren der Genmanipulation
und das Sozialleben denkender Planeten
Hiroaki Kitano im Gespräch mit Hans-Arthur Marsiske

Willkommen im Schwarm!
Kollektive Intelligenz: Science-Fiction nach dem Vorbild der Natur?
Ralf Grötker

Träumen mit Diderot
James J. Hughes

Unterwegs zu einem Menschenbild nach dem Humanismus
Wolfgang Neuhaus im Gespräch mit Julian Doepp

Science-Fiction, Kriegskino und Krieg der Zukunft
Peter Bürger

Das Universum als Denkmaschine
Marvin Minsky im Gespräch mit Wolfgang Neuhaus

Beamen, Sex und Cyborgs
Ein Gespräch mit dem Physiker hinter Star Trek
Lawrence M. Krauss im Gespräch mit Andrea Naica-Loebell

Fiktiver Trip zu den Sternen
Die Kluft zwischen Science und Fiction bei Transport-,
Kommunikations- und Informationsproblemen
Harald Lesch, Harald Zaun

Das Universum – ein Automat?
Herbert W. Franke