Proposals on Non-Affirmative Art

Peter Weibel, Otto Muehl
Proposals on Non-Affirmative Art (Lecture Destruction), 1966
Action Lecture

Destruction in Art Symposium, Africa Centre, London, 15.09.1966:
„Weibel las aus dem handgeschriebenen Original Proposals on Non-Affirmative Art, während Muehl ihn ständig mehr verkleisterte, ihm die Zettel aus der Hand riss (dadurch entstanden Montageeffekte direkt beim Vorlesen), ihn immer mehr entkleidete etc. Weibel warf die zerknüllten Zettel in Intervallen ins Publikum, während Muehl ihn immer mehr zu Boden brachte, beim letzten Wort des letzten Blattes, am Boden liegend, verklebte ihm Muehl den Mund, letzter Akt seiner Bandagierung.
Im Hintergrund betätigte ein Akteur nach gutdünken den Schallplattenspieler.“ [1]

„Lecture Destruction war Teil eines „Simultaneous Happening“ mit Brus, Nitsch und Al Hansen, New York. Nitsch projizierte Filme von seinen Aktionen, Brus simulierte pränatale und natale Erfahrungen und Ereignisse, verharrte lange Zeit in Erstarrung, krümmte sich langsam, kroch am Bauch durch den Raum usw.“ [2]

Für das „Simultaneous Happening“ am 15.09.1966 im Africa Centre waren Peter Weibel und Otto Muehl ursprünglich mit zwei getrennten Aktionen angekündigt worden: Weibel mit der „Action-Lecture ‚Proposals on Non-Affirmative Art'“, Otto Muehl mit „Lecture Destruction“.

[1] Peter Weibel (Hg.): Wien: Bildkompendium, Wiener Aktionismus und Film, Frankfurt am Main: Kohlkunstverlag 1970, S. 251.
[2] ebd.