What’s in the Brain, 1978

What’s in the brain that ink may character?
What’s in the heart that a kiss may character?
What’s in the feet that makes them walk?
What’s in the eyes that make them see?
Where is fancy bred and where anxiety?

Was in der Angst, das meine Gedanken lähmt?
Was in den Worten, das die Gefühle zähmt?
Was in den Gefühlen, das mein Handeln bestimmt?
Was ist im Geist, das mein Fleisch gefangen nimmt?
Und was im Körper, das meine Seele kettet?

Was ist im Hirn, das es denken macht?
Was im Herzen, das es fühlen macht?
Was in den Nerven, das mir Freude schenkt?
Was in einem Kuss, das Liebe ausdrücken kann?
Was in der Liebe, dass sie ein Universum umfasst?

Was ist im Hirn, das Tinte darstellen kann?
Was ist im Herzen, das ein Kuss ausdrücken kann?
Was in den Füßen, das sie gehen macht?
Was in den Augen, das sie sehen macht?
Wo wird die Angst genährt?
Und wo die Phantasie?

Was in der Kindheit, das zum Leben erwacht?
Was in einem Leben, das in der Gesellschaft erwächst
Was in der Gesellschaft, das zu mir kommt?
Was ist in mir, das den Kosmos reflektiert?
Was ist im Universum, das mir Freude schenkt.
Wo ist das Leben, das spiegelt mein Selbst?

[Nach dem Sonett 108 von William Shakespeare]

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Musik: Paul Braunsteiner
Text: Peter Weibel