Museum Off Museum

Museum Off Museum192 Seiten Verlag Bielefelder Kunstverein

Edited by Thomas Thiel, Bielefelder Kunstverein

Inhalt

“Museum Off Museum,” the two-part exhibition at Bielefelder Kunstverein, explored the concept of the museum from an artistic and outside perspective. The exhibition investigated the subjective potential of museum-based narratives and the current interest among artists in the “museum” as a space of reflection within global circumstances.

This book documents each of the exhibition phases and outlines all of the contributions to this substantial project. Lavishly illustrated, with color throughout, it contains more than thirty artistic and scientific statements in form of essays, interviews, visual statements, and exhibition documentations.

Contributions by Özlem Altin, Kader Attia, Eric Baudelaire, Juana Berrío, Beatrice von Bismarck, Peggy Buth, Nikita Yingqian Cai, Cathy Carpenter, Isabelle Cornaro, Jeremy Deller, Sam Durant, Dirk Fleischmann, Lucie Fontaine, Simon Fujiwara, Camille Henrot, Luis Jacob, Anna Jehle, Cynthia Krell, Bruce Lacey, Dainius Liškevičius, Antonia Marten, Chus Martínez, Doreen Mende, Mihnea Mircan, Yuki Okumura, Karl-Josef Pazzini, Philippe Pirotte, Kevin Schmidt, Slavs and Tatars, Barbara Steiner, Nora Sternfeld, Thomas Thiel, Steven ten Thije, Peter Weibel, Ricardo Valentim

Der Bielefelder Kunstverein präsentiert vom 07. September 2013 bis zum 26. Januar 2014 das zweiteilige Ausstellungsprojekt »Museum Off Museum«. Die Ausstellungen und das umfangreiche Begleitprogramm widmen sich dem aktuellen Interesse von Künstlerinnen und Künstlern an einem sich unter globalen Vorzeichen verändernden Reflexionsraum »Museum«. Am Beispiel von sieben Positionen zeigt die Ausstellung wie heute in künstlerischen Arbeiten die zentralen Prinzipien musealer Praxis des Sammelns, Ordnens, Präsentierens und Vermittelns thematisiert und erweitert werden. Die Projekte greifen Themen der populären und globalen Kultur auf, sie bewegen sich zwischen der Aneignung und dem Aufbrechen musealer Präsentation. »Museum Off Museum« untersucht damit über einen Zeitraum von fünf Monaten das Museum als Form der künstlerischen Handlung in der globalen Welt und als Teil des medialen Raumes im 21. Jahrhundert.

»Museum Off Museum« stellt Fragen nach der aktuellen Bedeutung und dem Selbstverständnis künstlerischer Praxis, der Funktion und Form des Ausstellens, der Zukunft von Wissensproduktion und kultureller Vermittlung. Das Interesse gilt ebenso Prozessen der Analyse und Übersetzung sowie eine Untersuchung statischer Formen der Repräsentation in Zeiten mobiler Kommunikation. Eine Erweiterung von Wissenskontexten, die Geschichte kultureller Identität, die materiell-kulturellen Codes von Sammlungen und Artefakten spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Unterscheidung zwischen Kunstwerk und historischem Dokument, Bild und Abbild, Exponat und Display, Installation, Bühne und filmischem Setting wird sich innerhalb der Ausstellung verschieben. Die Ausstellung reflektiert zum einen das subjektive Potenzial musealer Erzähltechniken und wissenschaftlicher Methoden. Zum anderen wird die durch museale Praxis hervorgebrachte symbolische Ordnung von Wissen hinterfragt, fiktionalisiert und erweitert. Parallel dazu thematisiert »Museum Off Museum« den Einfluss künstlerischer Interventionen auf Museums- und Ausstellungskonzepte in der Gegenwart.

Um die künstlerischen Ansätze in angemessenem Umfang vorzustellen, durchbricht »Museum Off Museum« den regulären Ausstellungsrhythmus zugunsten einer episodenartigen, fragmentarischen Programmstruktur. Die beiden Ausstellungsperioden werden von künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträgen, Vorträgen sowie einem Blog auf unserer Webseite begleitet. Zum Abschluss des Projektes wird ein Katalogbuch (Deutsch-Englisch) erscheinen, welches die einzelnen Ausstellungsphasen dokumentiert und alle Beiträge zusammenfasst.

Kurator: Thomas Thiel