Autor: Peter Weibel

Enzyklopädie der Medien. Band 3: Kunst und Medien

Von den alten Griechen bis zur Gegenwart, vom Buch zum Grammofon, von Gutenberg bis Google – die Veränderungen der Aufzeichnungs-, Speicher- und Übertragungsmedien prägen unsere Kultur. Mit einer sechsbändigen Auswahl seiner Schriften legt Peter Weibel eine Enzyklopädie vor, die alle Bereiche der Medienwelt diskursiv abdeckt. Der Autor ordnet diese Reihe in die Tradition der Aufklärung und der Encyclopédie von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert ein. Der erste Band ist bereits 2015 erschienen, die anderen Bände folgen sukzessive. Band 1 behandelt das gesamte Spektrum der Architektur unter den Bedingungen der Neuen Medien. Band 2 widmet sich den medialen Neuerungen im Bereich der Musik, von von Klang als informationstheoretischem Phänomen bis zur Theorie einer molekularen Musik. Band 3 thematisiert den Einfluss der Neuen Medien auf die Kunst und zeigt etwa, wie das Bild interaktiv und der Betrachter Teil des Werkes wird, wie Realität die Repräsentation ersetzt. Literatur, Politik und Theorie im Kontext der Neuen Medien sind die Themen der weiteren Bände.

Polizie Lügt – Peter Weibel 1971

Als Museum wurde das ZKM 1989 gegründet mit der Mission, die klassischen Künste ins digitale Zeitalter fortzuschreiben. Deshalb wird es gelegentlich auch das »elektronische bzw. digitale Bauhaus« genannt – ein Ausdruck, der auf den Gründungsdirektor Heinrich Klotz zurückgeführt wird. Von Anbeginn an, hat es auch die Aufgabe übernommen, die Bedingungen für das Entstehen von Kunstwerken zu schaffen, sei es durch GastkünstlerInnen, oder MitarbeiterInnen des Hauses – aus diesem Grund heißt es Zentrum und nicht Museum. Durch die Verbindung von Forschung und Produktion, Ausstellung und Aufführung, Sammlung und Archiv kann das ZKM die Entwicklung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts adäquat abbilden, nicht zuletzt weil die Sammlungs-, Ausstellungs- und Forschungstätigkeit des ZKM von Symposien und anderen Plattformen theoretischer Diskurse zwischen Philosophie, Wissenschaft, Kunst, Politik und Wirtschaft begleitet wird. Quelle: ZKM Entstehung & Philosophie

»Von Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben«: Ein Symposium zu Peter Sloterdijk

Mit einem für Peter Sloterdijks Haltung repräsentativen Zitat von Friedrich Nietzsche (Ecce homo) leitete das Zentrum für Medien und Kunst in Karlsruhe das Symposium ein, das den 70. Geburtstag des in Karlsruhe geborenen Zeitdiagnostiker zum Anlass nahm, das Werk in seiner Provokationskraft auszuleuchten. Peter Weibel begründete das Vorhaben: »Als Peter Sloterdijk mit seiner ersten großen Publikation Kritik der zynischen Vernunft 1983 die Bühne der Philosophie betrat, brachte er sie gleich(sam) zum Erbeben, denn bereits der erste Satz verkündete in hohem Ton: ›Seit einem Jahrhundert liegt die Philosophie im Sterben und kann es nicht, weil ihre Aufgabe nicht erfüllt ist.‹ Seit diesem Zeitpunkt hat Peter Sloterdijk an die 100 Bücher publiziert, in denen er in einer neuen Weise über die Welt philosophiert. Auch wenn die Philosophie nicht mehr existieren sollte, so existieren die Philosophen doch weiter – als Denker, die sich der Wissenschaft entgegenstellen, und als Dichter, die sich der Kunst widersetzen. Peter Sloterdijk schuf als Dichter, Philosoph und Wissenschaftler eine neue Sprache des Denkens, weil er die Vergangenheit der Philosophie und die Sprache der Vergangenheit …